Maria und Martha am Dresdner Elbhang

Gedanken zum Namen unserer fünf Schwesternkirchen

Wir suchten einen Namen für unser Schwesterkirchverhältnis. Ein Name, der in Dresden noch nicht vergeben ist (schwierig), der gut klingt (für die Welt um uns herum), der etwas über uns aussagt und nicht einfach eine geographische Bezeichnung ist. Was kann man über fünf sehr unterschiedliche Gemeinden aussagen – vom Elbufer bis aufs Hochland, städtisch und ländlich, künstlerisch, politisch, ökonomisch verschieden? Sie leben alle unter einem Herrn und einer Bibel. Dort findet sich eine wunderschöne Geschichte über die Verschiedenheit der Christen, in der wir uns wiederfinden können – die rührige Martha und die zuhörende Maria. Lukas 10, 38 bis 42, gleich nach dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Sind wir nicht am Elbhang ganz oft so? Rührig nicht nur im eigenen Leben, sondern auch, um unsere Gemeinden, unsere Strukturen, unser liebgewonnenes Gemeindeleben zu erhalten? Aber mit dem tiefen Wunsch, Jesus zuzuhören, zu Gott zu gehören? Der Name des Schwesterkirchverhältnisses kann uns Christen in der modernen Zeit beschreiben und uns daran erinnern, dass wir beides sein können, aktiv und kontemplativ, aber dass das Hören der Botschaft der wichtigere Teil ist. Dass so Frauennamen in der langen Liste der sonst vergebenen Männernamen erscheinen, ist schön. Denn die Kirche besteht aus uns allen und anders kann sie nicht bestehen.
Antje Nicklaus, Vors. des Verbundausschusses

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