Der Friedhof
Zur Geschichte des Friedhofs
Im September 1896 traf sich unter Leitung des Diakons von Schönfeld, des späteren Pfarrers Georg Jakob, eine kleine Gruppe Männer, um über die Gründung einer eigenständigen Kirchgemeinde zu beraten. Diese Gruppe fungierte zunächst als provisorischer Kirchenvorstand. Von den Bauern Schäfer und Naacke wurden Wiesen und Felder für die Anlage eines Friedhofs erworben, der 1897 eingerichtet wurde. Bereits am 1. Januar desselben Jahres konnte die Kirchgemeinde Bühlau–Rochwitz eigene Kirchenbücher führen.
Noch 1897 wurden die ersten 43 Verstorbenen auf dem neuen Friedhof beigesetzt. Es entstanden vier gleich große Grabfelder, umsäumt von einer Friedhofsmauer. An dieser Mauer waren besondere Grabstellen und Grüfte vorgesehen. Ein prächtiges Eingangstor ziert bis heute den Haupteingang. Lindenalleen säumten die Wege – sie gaben dem „Lindenfriedhof“ seinen Namen.
Am Ende des Hauptweges errichtete man 1897 eine kleine Kapelle, entworfen von Woldemar Kandler, dem Architekten der Bühlauer Kirche. Eine kleine Turmglocke bildete das erste Geläut, das in Bühlau zu hören war. Offiziell wurde der Friedhof am 1. Januar 1898 in Betrieb genommen.
Künstlerische Gestaltung des Eingangs
1898 schuf der Dresdner Bildhauer Reinhold Butze die Säulen des Eingangsportals. Von seinen sechs Entwürfen wurden zwei umgesetzt:
-
Linke Säule: Anker (Hoffnung) und Efeu (ewiges Leben)
-
Rechte Säule: Kreuz und Rose (Liebe Jesu zu den Menschen)
Ein Kreuz auf dem Tor symbolisiert den Sieg Jesu über den Tod. In den Hauptflügeln findet sich das Chi-Rho (griechisch für „Christus“). Die Seitentüren tragen die Buchstaben „R“ und „B“ für Rochwitz und Bühlau.
Erweiterungen und Ereignisse
1922 erhielt der Friedhof drei neue Stahlgussglocken, von denen die dritte durch die Familie Fleischer-Edel gestiftet wurde. Sie hatte im Vorjahr ihren Sohn Rodo verloren, der auf dem Friedhof beigesetzt wurde. Die Taufglocke trägt seither seine Daten, und die Grabstätte der Familie ist bis heute erhalten.
1925 berichtete man von den prächtigen Linden des Friedhofs. Am Eingang hing eine kleine Glocke, die das Schließen des Friedhofs ankündigte. In der Mitte befand sich ein Ziehbrunnen, bevor eine moderne Wasseranlage installiert wurde.
Anfang der 1940er Jahre erweiterte der Gartenarchitekt Wilhelm Röhnicke (Gartenstadt Hellerau) das Gelände. Viele seiner Gestaltungen sind heute nicht mehr vollständig nachvollziehbar.
1936 stand die Gemeinde vor der Wahl zwischen einem neuen Gemeindehaus und einer neuen Friedhofskapelle. Der Bau der Kapelle begann 1937 nach Plänen von Walter Menzel, die Weihe erfolgte am 4. Dezember 1938. Der Keller wurde als Luftschutzraum angelegt. Am 19. Februar folgte die Inbetriebnahme der Jehmlich-Orgel. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Kapelle oft als Winterkirche.
Spätere Entwicklungen
In den 1980er Jahren plante man eine Erweiterung des Geländes, vor allem für Urnengräber und Gemeinschaftsanlagen. Letztlich wurde nur das heutige Wirtschaftsgelände erworben.
-
1990: Stiftung und Einbau neuer Glasfenster durch Rudolf Beier
-
1992: Trockenlegung und Umbau des Kapellenkellers zu drei Sargkammern und einem Aufbahrungsraum
-
1995: Ein Blitzeinschlag an Pfingsten beschädigte eine Linde, das Eingangstor und die Sandsteinsäulen; die Linde wächst seither wieder
-
1999/2000: Sanierung der Kapellenlaterne
-
2018: Fachgerechte Sanierung der Eingangstore
-
Herbst 2024: Dachsanierung der Kapelle nach fast 90 Jahren
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Friedhofsverwaltung oder entdecken Sie unsere Denkmäler und bedeutenden Persönlichkeiten direkt vor Ort.
Besondere Grabmale und Persönlichkeiten
Constantin Theodor Angermann, (* 11. August 1844 in Höckendorf; † 17. August 1911 in Bühlau),
war ein deutscher Pädagoge und Klassischer Philologe. Er wurde nach erfolgter Promotion 1868 Oberlehrer und zuletzt Rektor und Titular-Professor an der Landesschule St. Afra in Meißen.
Hugo Angermann (* ? ; † ?)
Begründer des Verlages "Hugo Angermann" der sich überwiegend mit deutscher Geschichte und Historik beschäftigte.
Oskar Fritz Beier (* 5. Februar 1908 in Dresden; † 12. April 1972 in Dresden)
war ein akademischer Glasmaler und Glasschleifer in Dresden. Er gründete seine eigene Glasmalerwerkstatt und schuf zahlreiche Fenster und Glaskunstwerke. Überwiegend war eran der Wiederherstellung von Dresdner Kirchenfenstern beteiligt. Auch unsere Friedhofskapelle trägt Fenster aus seiner Hand.
Weiteres zu Beier und seinem Leben finden sie hier.
Johann Christoph Benke (* ?; † 7. Juli 1859 in Dresden)
kam 1813 als Lehrer nach Bühlau und lehrte hier 46 Jahre lang. Am 7.Juli 1859 wurde er von "einem geistesgestörten Attentäter" vor dem Schulgebäude auf der Schönfelder Landstr. 15 er schossen. Er wurde in Schönfeld bestattet. Als das Grab in Schönfeld aufgelöst werden sollte brachte man den originalen Grabstein 1903 nach Bühlau. 2006 wurde dank Spendengeldern ein neuer Gedenkstein gefertigt.
Gottfried Brendel (* 15. Januar 1913 in Coswig; † 6. Mai 1965 in Dresden)
war ein deutscher Bauingenieur. 1949 wurde er Leiter des Instituts für Grundbau und er berechnete in dieser Zeit Standsicherheitsnachweise für die Staudämme Cranzahl und Stollberg. 1950/51 erhielt er seinen ersten Lehrauftrag in Stahlbeton und 1954 wurde er Professor mit vollem Lehrauftrag in Stahl- und Spannbeton, ab 1955 auch für Massivbrücken. 1956 wurde er Professor mit Lehrstuhl (Stahlbeton, Spannbeton, Massivbrücken). Er entwickelte das Traglastverfahren (aus dem Stahlbau) für Anwendung in Stahlbeton und Spannbeton weiter.
Den gesamten Lebenslauf Brendels können Sie hier nachlesen.
Rudolf Dittrich (* 12. Februar 1903 in Prositz, † 1990 in Dresden-Bühlau)
war ein deutscher Kammersänger. Bereits in jungen Jahren erkannte sein Vater in ihm ein Gesangstalent und ließ in fördern. Er arbeitete als Musikpädagoge und wurde überraschend in der Semperoper entdeckt. Ab hier begann seine Karriere als "Heldentenor" mit der er die Ränge fühlte. Eine Medikamentenüberdosis schädigte schließlich seine Stimmbänder und er trat als Sänger zurück. Dennoch bildete er weiterhin Sänger und Musiker aus. Er blieb zeit seines Lebens der Stadt Dresden treu.
Für mehr aus Dittrichs Lebens klicken sie hier.
Katharina Fleischer-Edel, geborene Katharina Edel (* 27. September 1873 in Mülheim an der Ruhr; † 18. Juli 1928 in Dresden)
war eine deutsche Opernsängerin (Sopran) und bekannte Wagner-Interpretin ihrer Zeit. 1894 war ihr Bühnendebüt an der Dresdener Hofoper als Brautjungfer in Carl Maria von Webers "Der Freischütz". Später wurde Sie nach Hamburg verpflichtet wo Sie 20 Jahre lang wirkte. Mehrfach wurde sie auch für die Bayreuther Festspiele verpflichtet und auch im internationalen Ausland als Gastsängerin geladen. Nachdem sie sich in Dresden zur Ruhe gesetzt hatte, betätigte sie sich noch weiterhin als Gesangspadägogin.
Die Grabstelle wurde damals für ihren bereits mit 12 Jahren verstorbenen Sohn Rodo angelegt. Das Bronzerelief der Grabstelle soll Rodo mit dem Retter Jesus zeigen. In Dankbarkeit stiftete Katharina Fleischer-Edel 1921 die kleinste der neuen Kirchturmglocken unserer St. Michaelskirche. Noch heute erklingt diese und trägt den Namen Rodo Fleischer.
Carl Heinrich Gläser (* 31. Oktober 1831 in Erdmannsdorf, Erzgebirge; † 5. Dezember 1903 in Dresden)
war ein deutscher Sattler, Wagenbauer und Königlich-Sächsischer Hofwagenbauer in Dresden. Die Marke Gläser Karosserie Dresden wird auf ihn als Namensgeber zurückgeführt. Der talentierte Wagenbauer für Karossen hochwertiger Pferde-Kutschwagen, Sänften, Chaisen und Pferdeschlitten machte sich in Fachkreisen und am Königlich-Sächsischen Hof in Dresden schnell einen Namen.
Albert Georg Grafe (* 31. Oktober 1899 in Dresden; † 18. April 1946 in Dresden)
war ein Stollenfarbikant in Dresden. Seine Familie war noch lange nach der Zerstörung der Farbrik im 2. Weltkrieg im Bäckereihandwerk tätig.
Günter Heidel (* 11. Juni 1942 in Leisnig, Sachsen; † 15. November 2013 in Dresden)
war ein deutscher Arzt und Medizinhistoriker. Er war Professor am Lehrstuhl für Geschichte der Medizin der Medizinischen Akademie „Carl Gustav Carus“ in Dresden. Heidel initiierte maßgeblich die Herausgabe der Schriften der Medizinischen Akademie Dresden. Von 1992 bis 2004 arbeitete Heidel als praktischer Arzt in Dresden-Schönfeld.
Eine Liste aller seiner Veröffentlichungen und weiteres zu seinem Leben klicken Sie hier.
Hardwin Jungclaussen (* 12. November 1923 in Hamburg; † 28. September 2019)
war ein deutscher Physiker und Ingenieurwissenschaftler mit den Arbeitsgebieten Atomphysik und Informationswissenschaft. Er war ein naher Verwandter der weltbekannten Physiker Heinrich Hertz und Gustav Hertz. Mehr Informationen zu seinem bewegenden Leben finden Sie hier.
Johann Ernst Kappler (* 03.10.1850 in Dresden; † 25.03.1897 in Dresden)
war ein Bühlauer Geschäftsmann und Butterhändler. Seine Grabstelle im Jugendstil ist nicht nur eine der schönsten sondern auch die älteste Grabstelle des Lindenfriedhofes.
Hans Kurt Kircheis (* 06. Mai 1908 in Schneeberg, † 19. März 1981 in Dresden)
war der ehemalige Rektor der Diakonissenanstalt Dresden. Seine Arbeite begründete die Öffnung und den Wiederaufbau des Diakonissenkrankenhauses nach 1945. Er führte so den Krankhausbetrieb der damals zu 75% zerstörten Anstalt fort und legte den Grundstein für deren Weiterbetreib bis heute.
Andrea Lauck ( *1950; † 2018)
War eine Schriftstellerin und Autorin, ihre Signatur ziert heute ihr Grabmal. Besonders an ihrem Grabmal ist eine Plastik vom befreundeten Bildhauer Peter Makolis aus Dresden.
Otto Rudolf Alfred Leuschke (* 27. März 1845 in Dresden; † 21. Januar 1932 in Dresden)
war ein deutscher Lehrer und Autor. Er war Vorsitzender des von ihm begründeten und benannten Sächsischen Lehrervereins, bis dieser am Ende des 2. Weltkrieges aufgelöst wurde.
Elisabeth Gertrud Leuschke (* 27. Dezember 1898 in Dresden; † 12. November 1972 in Dresden)
Tochter von Ernst Emil Leuschke, Zimmermann und Gutsbesitzer in Dresden Bühlau. Denkmalgeschütze Grabstelle im Jugendstil.
Johannes Karl Alfred Ottomar Matz (* 09. Januar 1929 in Magdeburg; † 01. Januar 2022 in Radeberg)
war künstlerischer Betriebsdirektor und Intendant der sächsischen Staatsoper. Er prägte mehr als dreißig Jahre lang leitend und künstlerisch die Dresdner Semperoper.
Julia Männchen (* 1. Mai 1939 in Dresden; † 1. Januar 2018 in Greifswald)
war eine deutsche Alttestamentlerin. Sie studierte in Leipzig Theologie und kam 1968 nach Greifswald, wo sie wissenschaftliche Assistentin wurde und schon bald den Hebräischunterricht übernahm. Nach der Promotion in Greifswald 1984 und der Habilitation 1991 lehrte sie dort bis 2004.
Hier finden Sie noch mehr zu ihrem Lebens und ihren Veröffentlichungen.
Karl Heinz Melkus (* 20. April 1928 in Dresden; † 5. September 2005 in Dresden)
war ein deutscher Automobilrennfahrer und Konstrukteur von Rennwagen. Die ersten Wettbewerbe bestritt Melkus 1951 mit Rennwagen auf VW- und Veritas-Basis. Später konstruierte er seine Monopostos selbst. Nach eigenen Angaben nahm er an 289 Rennen teil und erzielte 80 Siege. Von 1958 bis 1972 war Melkus fünfmal DDR-Meister.
Mehr über Melkus Leben, seine Karriere und seine Rennwagen finden Sie hier.
Hajo Müller (* 24. Februar 1931 in Dresden; † 13. Februar 2020 in Dresden)
war ein deutscher Schauspieler und Opernsänger. Müller wirkte in mehreren Filmen und Musicals mit, z. B. 1987 in der DDR-Fernsehserie "Spuk von draußen" als Opa Rodenwald. Er engagierte sich stets für den sängerischen Nachwuchs.
Wilhelm Pietzsch (* 28. November 1860 in Dresden; † 15. Februar 1912 in Dresden)
war ein Maler, Graphiker und Künstler. Er fertigte den Entwurf für die Grabstelle seines 1911 mit nur 13 Jahren verstorbenen Sohnes. Die Grabstelle ist ein Zeugnis der Kunst der Zeit.
Karl Hans Pollmer (* 12. Oktober 1911 in Herold; † 2. Juni 1987 in Dresden)
war ein Pastor, Mundartdichter und Heimatforscher des sächsischen Erzgebirges. Er studierte Theologie und Philosophie zunächst an der Universität Erlangen, danach an der Universität Leipzig und wurde 1935 Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche. Ab 1955 lebte er in Zschorlau. Die letzten Lebensjahre verbrachte er in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden.
Elfriede Rehbein (* 19. Juni 1929 in Leipzig; † 11. Dezember 2004 in Dresden)
war eine deutsche Wissenschaftlerin auf dem Gebiet des Verkehrswesens. Sie war Mitbegründerin der Hochschule für Verkehrswesen „Friedrich List“ (HfV) in Dresden und von 1952 bis 1974 die Leiterin des dortigen Lehrstuhls für Wirtschafts-, Technik- und Verkehrsgeschichte sowie erste Direktorin des Verkehrsmuseums Dresden. Sie verfasste dabei zahlreiche Veröffentlichungen zur Verkehrsgeschichte.
Hier finden Sie mehr zu Rehbeins Wirken und Leben.
Martin Richter (* 23. Februar 1886 in Dresden; † 18. Oktober 1954 in Dresden)
war ein deutscher Politiker (CDU). Er engagierte sich im Widerstand gegen das NS-Regime in politscher und kirchlicher Arbeit. Nach dem Krieg baute er die CDU in Sachsen mit auf und nahm an zahlreichen Synoden der Landeskirche teil.
Hier finden Sie mehr zur Richters bewegenden Leben.
Karl Ernst Herrmann Rühle (* 14. Juli 1924 in Meißen; † 05. August 1993 in Dresden)
war ein deutscher Statiker. Er war federführend für den Bau das Wachwitzer Fernsehturms, der Sternwarte des Ardenne-Insitutes und des Dresdner Fernsehturms.
Carl Gustav Schlesier (* 16. September 1851 in Dresden; † 14. Juni 1914 in Dresden)
war ein Bühlauer Geschäftsmann und Privatier. Seine Grabstelle im Jugendstil zeugt von dem Wachstum und den Gegensätzen der Industrialisierungszeit.
Franz Richard Schneider (* 25. März 1870 in Dresden; † 13. April 1949 in Dresden)
war Bildhauer und Möbelfabrikant, sowie königlich sächsischer Hoflieferant. Er hatte sein Geschäft in der damaligen Weststraße, bis zum Ende des Königreiches Sachsen.
Theodor Otto Schumann (* 24. Juli 1928 in Altenberg (Erzgebirge); † 21. Juli 1990 in Dresden)
war Jazz- und Tanzmusiker (Piano, Saxophon) und Bandleader in der DDR. Von 1961 bis Mitte der 1970er Jahre leitete Schumann die Theo Schumann Combo, die sowohl selbstkomponierte Stücke – meist instrumentale Tanzmusik – als auch Coverversionen westlicher Musikstücke (wie Satisfaction von den Rolling Stones) spielte.
Mehr über Schumann und seinen musikalischen Werdegang finden Sie hier.
Werner Straub (* 14. Juli 1902 in Stuttgart; † 25. Januar 1983 in Dresden)
war ein deutscher Psychologe und Professor an der TU Dresden. Straub befasste sich mit eignungspsychologischen Problemstellungen und Untersuchungen zur Charakterologie und Psychologie des Willens. In Dresden wird jährlich der Werner-Straub-Preis für ein Diplom mit Auszeichnung und eine Promotion mit Auszeichnung verliehen.
Hier finden Sie noch mehr zur Straubs Werdegang.
Heinrich Johannes Franz Tessmer (* 23. August 1894 in Berlin; † 01. April 1960 in Dresden)
war ein Kammersänger und Spieltenor. Er agierte als Operntenor am Thalia Theater Berlin und später als Solist und Regisseur an der Staatsoper Dresden.
Friedrich Clemens Tomschke (* 20. Dezember 1852 in Dresden; † 02. April 1905 in Dresden)
War eine Straßenwärter in Bühlau. Sein Vermögen muss relativ groß gewesen sein. Davon zeugen heute noch Grabeinfassung und Grabmal aus dem frühen 20. Jahrhundert im Jugendstil.
Gotthelf Ludwig Theodor Lange (* 28. April 1836 in Leisnig; † 29. Juni 1901 in Dresden) / Lina Agnes Lange (* 02. Mai 1846 in Freiberg; † 30. März 1911 in Dresden)
Zunächst als Gutsbesitzer in Bühlau tätigt, kamen beide schnell zu Erfolg. Gotthelf Ludwig Theodor wurde zu einem der ersten Lehrer und Privatier in Dresden Bühlau.
Seine Gattin als Hausfrau tätig war eine begabte Musikerin. Sie erhielt nicht nur eine prachtvolle Grabstelle sondern auch den Titel "von Lange".
Soldaten des napoleonischen Feldzuges (1813)
Grab für zehn russische und vier französische Soldaten aus dem napoleonischen Feldzügen, entdeckt beim Bau der Ullersdorfer Landstraße. Sie wurden hier 1902 beigesetzt und mit einem Grabmal, gekrönt mit eine Kürassierhelm, zu letzten Ruhe gebetet. Während des 1. Weltkrieges wurde die Tafel mit der Inschrift zerstört. Erst 2002 wurde Sie gemeinsam durch die französische und deutsche Kriegsgräberhilfe ersetzt.
Gedenksäule verstorbener Feuerwehrkammeraden
Diese Gedenksäule nennt alle verstorbenen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr aus Dresden-Bühlau. auf der rechten Seite sind die Männer, auf der linken Seite die Frauen, benannt.
Die Inschriften werden regelmäßig ergänzt.
Gedenkstele für totgeborene und verstorbene Kinder
Dies ist ein Gedenkort für alle verstorbenen Kinder, egal ob Frühchen oder
Dargestellt ist eine Lebensader, die sich nach oben hin teilt und eben dort von einem Regenbogen überspannt wird. Zwei kleine Fußabdrücke zieren die eine Seite, die von Hoffnung spricht. Die andere erinnert daran, dass das Sternenkind geliebt und geborgen ist, wobei drei Fußabdrücke sich aus der Stele herausbewegen.
Wabenanlage
Wabenförmig angelegte Familiengrabstätten für Urnenbestattung. Typische Anlage aus dem 1930er Jahren für Friedhöfe. In dieser Form allerdings einzigartig für Dresden, da Bühlau als einziger von 58 Friedhöfen solch eine Anlage erhalten hat.
Gedenkstele für un- und totgeborene Kinder
„Der Partner geht von der Seite, ein Kind aber geht aus dem Herzen.“ Ein Stück Herz wird am Tag der Beerdigung des eigenen Kindes mit beerdigt. Und es bleibt zu hoffen, dass das übrig gebliebene Stück Herz groß genug ist und Kraft genug hat, weiterzuleben.
Was aber, wenn das Kind noch gar nicht geboren war, wenn die Vorfreude über das werdende Leben im Bauch dem Entsetzen weichen musste, dass das wachsende Kind nicht mehr weiter wuchs, sondern statt dessen starb, bevor es überhaupt die Sonne, den Himmel und das Angesicht der Mutter und des Vaters sehen durfte.
Es ist noch gar nicht lange her, da wurden solche Frühchen gleich in der Klinik „entsorgt“. – „Entsorgt“, was für ein schreckliches Wort, denn die Sorgen waren und sind ja gerade nicht weg, sondern begleiten besonders die betroffenen Frauen nicht selten ein Leben lang. Diese Trauer aber hatte lange keinen Ort. Still trugen die Betroffenen ihren Schmerz in sich und wussten nicht, wohin damit. Dies galt und gilt auch und besonders dann, wenn frau sich ganz bewusst für die Abtreibung des Lebens in sich entschieden hatte – aus welchem Grund auch immer.
Trauer braucht einen Ort! Das werden sicher all jene bestätigen, die beim Blumengießen und Unkrautrupfen am Grab des geliebten Menschen Zeit verbringen. Diese Zeit schafft Raum für die so wichtige Trauerarbeit.
Wir als Kirchgemeinde, die wir Träger des Lindenfriedhofs sind und Verantwortung für die Bestattungskultur hier in Bühlau tragen, haben durch die Errichtung einer Sternenkinderstele einen Ort der Trauer um das ungeborene Leben geschaffen.
Das Foto anbei zeigt die Stele, welche vor Jahren auf dem Friedhof in Hormersdorf im Erzgebirge von betroffenen Frauen zusammen mit Steinmetz Scheunert aus Stollberg entworfen wurde. Dargestellt ist eine Lebensader, die sich nach oben hin teilt und eben dort von einem Regenbogen überspannt wird. Zwei kleine Fußabdrücke zieren die eine Seite, die von Hoffnung spricht. Die andere erinnert daran, dass das Sternenkind geliebt und geborgen ist, wobei drei Fußabdrücke sich aus der Stehle herausbewegen. Die Stele finden Sie nun auch auf unserem Friedhof im hinteren Teil zwischen Wasserstelle und Wirtschaftseingang.